Infoveranstaltung Zusammenlegung Pastoralverbund 02.02.2020


Bei der Diskussionsveranstaltung am 02.02.2020 zur Pfarreineugründung haben wir Ihre Ideen und Wünsche aber auch Sorgen und Ängste in den 4 „Räumen“ Glaubenszeugnis, Gottesdienst, Dienst an den Menschen und Gemeinschaft gesammelt, die wir hier ungefiltert veröffentlichen.

Einige Ideen auf den Kärtchen waren themenübergreifend oder nicht genau zuzuordnen und werden deshalb separat aufgelistet. Alle Anregungen wurden bereits an den Pastoralverbundsrat übergeben, der über das weitere Vorgehen entscheiden wird.

Wir werden Sie weiterhin über diesen Prozess in verschiedenen Medien informieren und laden alle herzlich ein, uns weitere Ideen über das Pfarrbüro, Pfarrer Kasaija oder den PGR mitzuteilen und auch an der Umsetzung dieser Ideen mitzuwirken!

Patricia Börner, Sprecherin PGR


Informationen zu den 4 virtuellen „Räumen“ finden Sie hier:

Dienst an den Menschen

Glaubenszeugnis

Gottesdienst

Gemeinschaft

Kärtchen ohne Zuordnung


PRESSESTIMME der GNZ vom 03.02.2020 – Zusammen ein neues Haus bauen

Wir danken der GNZ dafür, dass wir deren Artikel hier wiedergeben dürfen.


Zusammen ein neues Haus bauen

Rund 150 Gemeindemitglieder sammeln in Neuses erste Wünsche und Ideen zur geplanten Fusion der sechs katholischen Pfarreien in Freigericht und Hasselroth

Freigericht/Hasselroth (jus). Gemeinsam stark: die sechs katholischen Pfarrgemeinden aus dem Pastoralverbund Sankt Peter und Paul Freigericht-Hasselroth planen den Zusammenschluss zu einer gemeinsamen Pfarrgemeinde. Unter dem Motto „Auf dem Weg“ hatten sie hierfür am Sonntagnachmittag die Mitglieder der einzelnen Pfarreien ins Pfarrheim nach Neuses eingeladen, um gemeinsam über dieses große Ziel zu sprechen. Eine Einladung, der viele Gäste gefolgt waren. Rund 150 Besucher waren aus allen Pfarrgemeinden gekommen, um sich über den geplanten Zusammenschluss der Pfarrgemeinden zu informieren.

Der Schritt von der Eigenständigkeit hin zu einem großen gemeinsamen Kirchenverbund der Katholiken in Freigericht und Hasselroth ist mit vielen Fragen verbunden: „Wird die Kirche jetzt zu- gemacht?“ „Gibt es dann nur noch ein Pfarrbüro?“ „Und was passiert eigentlich mit unseren Kirchenchören?“ Nur drei von vielen Fragen, die auch Klaus Schmitt, Uli Laub und Patricia Börner in einem kurzen Rollenspiel aufgriffen, mit dem sie lebhaft in die Thematik einleiteten. Oder zusammengefasst: „Ma waas es net, ma munkelts nur.“ Nur eines ist bislang klar: Es wartet viel Arbeit auf die Pfarrgemeinden und es braucht viele Menschen, die bereit sind, sich bei diesem Prozess einzubringen. Das große Interesse an der Veranstaltung freute die Mitglieder des Organisationsteams entsprechend. Seit Dezember habe sich das Vorbereitungsteam getroffen und intensiv Gedanken gemacht, wie Ferdinand Kempf berichtete. Das Team habe hierbei freie Hand gehabt und seine eigenen Ideen einfließen lassen können. Kempf hofft, dass diese nun auch auf fruchtbaren Boden fallen: „Wir brauchen Menschen für die Mitarbeit, Menschen, die mitgestalten. Wir brauchen Menschen, die Akzente setzen.“ Nur so könne die vor ihnen liegende Aufgabe erfolgreich gemeistert werden.
In der Neugründung einer Pfarrei können auch viele Chancen liegen, wie Pfarrer Christoph Rödig, verantwortlich für Somborn und Hasselroth sowie Neuses und Horbach, feststellte. Auch bei weniger Personal und weniger Geld müsse dies nicht ein Weniger an Glauben bedeuten, wie er betonte: „Es liegt an uns, aus diesem Geist heraus die Kirche zu gestalten.“
Mit Blick auf die strategischen Ziele 2030, die das Bistum Fulda als Grundlage ausgegeben hat, haben die betroffenen Pfarrgemeinden bei der Umsetzung viel Gestaltungsfreiheit. „Ja, es soll eine Pfarrei werden“, fasst Rödig zusammen. „Aber eine Pfarrei aus sechs lebendigen Gemeinden.“
Symbolisch verglich er die Gründung der gemeinsamen Pfarrei mit dem Bau eines neuen Hauses. Während der verwaltungstechnische Rahmen der Pfarrei den Rohbau darstelle, gehe es vor allem darum, die einzelnen Zimmer des Hauses mit Leben zu füllen. Die Zimmer teilte er nach Räumen für das Glaubenszeugnis, Dienst am Menschen, Gottesdienst und Gemeinschaft ein und erklärte, worauf es hier jeweils ankomme.
Das gemeinsame Haus, das so entstehe, sei noch weitaus größer als es auf den ersten Blick vielleicht scheine. Denn die katholische Kirche lasse sich nicht auf einen kleinen, eingeschworenen Kreis beschränken. „Kirche ist Weltkirche“, so Rödig. „Unser gemeinsames Haus ist groß.“
In einer kleinen Talk-runde fühlte Ferdinand Kempf dann verschiedenen haupt- und nebenamtlichen Mitarbeitern der Kirchengemeinden auf den Zahn. Außer Pfarrer Christoph Rödig und Pfarrer Dr. Patrick Kasaija (Altenmittlau und Bernbach) standen Verwaltungsleiter Mark Parr, Gemeindereferentin Anne Göbel (Somborn und Hasselroth), Jochen Seikel aus dem Verwaltungsrat von Sankt Bartholomäus Bernbach und Sophia Walther aus dem Pfarrgemeinderat Sankt Michael Horbach Rede und Antwort. Sie teilten ferner mit, welche Hoffnungen und Wünsche sie für die neue Pfarrei haben.
Nicht ganz so einfach ließ sich die Frage nach dem konkreten Zeitplan für den Zusammenschluss beantworten. Ein festes Datum hierfür gebe es nicht, erklärte Parr. Ein solcher Prozess brauche Zeit. Es sei wichtig, die Menschen hierbei mitzunehmen und einzubeziehen, wie Pfarrer Rödig ergänzte. Wann genau der richtige Zeitpunkt sei, müsse deshalb gemeinsam entschieden werden. „Ein Jahr ist sicher zu wenig“, weiß er. Fünf Jahre hingegen seien vermutlich zu lang. „Irgendwo dazwischen werden wir uns finden.“
Bei Kaffee und Kuchen hatten anschließend alle Anwesenden die Gelegenheit, ihre Ideen und Anregungen, aber auch Sorgen und Ängste auf Kärtchen zu schreiben und an einer Stellwand in einer der vier Kategorien des neuen „Hauses“ der Pfarrgemeinde anzupinnen. Es entstand ein reger Meinungsaustausch mit vielen intensiven Gesprächen an den Tischen. Hierbei kamen viele produktive Ideen zusammen:  Von Gottesdiensten an besonderen Orten außerhalb der Kirchen, über mehr Akzente in der Jugendarbeit bis zu infrastrukturellen Themen wie Barrierefreiheit oder einem Fahrdienst für den Kirchenbesuch reichte das breite Spektrum an Ideen, das dabei herauskam. Auch die ein oder andere Frage oder Sorge wurde notiert.
Alles zusammen wird nun dem Pastoralverbandsrat übergeben, der diese in seine Arbeit einbeziehen wird. Pfarrer Rödig nutzte zum Abschluss die Gelegenheit, sich bei allen zu bedanken, die mitgedacht und mitgearbeitet haben. Mit einem gemeinsamen Gebet und einem gemeinsamen Lied wurde der Nachmittag dann abgerundet.